StartAllgemeinWiener Weinbau trotzt der Hitze: 2026 verspricht trotz Ertragseinbußen Spitzenqualität
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Wiener Weinbau trotzt der Hitze: 2026 verspricht trotz Ertragseinbußen Spitzenqualität
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TitelbildMichael Heinz
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Die traditionelle Bürgermeister-Weinlese am Wiener Schwarzenbergplatz: vlnr. Thomas Podsetnik, Bürgermeiste Michael Ludwig, Weinprinzessin, Norbert Walter, Dompfarrer Tini Faber
Die traditionelle Bürgermeister-Weinlese am Wiener Schwarzenbergplatz: vlnr. Thomas Podsetnik, Bürgermeiste Michael Ludwig, Weinprinzessin, Norbert Walter, Dompfarrer Tini Faber

Hitze und Trockenheit stellen den Wiener Weinbau vor große Herausforderungen. Bei der traditionellen Bürgermeister-Weinlese mit Michael Ludwig am Wiener Schwarzenbergplatz wurde deutlich, wie stark die klimatischen Veränderungen die Betriebe bereits treffen. Gleichzeitig gibt es Hoffnung auf einen qualitativ starken Jahrgang 2026. Bürgermeister Michael Ludwig empfiehlt als „Soforthilfe-Maßnahme“, die Wiener Heurigen zu besuchen, Wiener Wein zu genießen und damit die Wiener Heurigenkultur als bedeutendes immaterielles Kulturerbe zu unterstützen.

Gastgeber Hans Schmid und Weingutsleiter Thomas Podsednik, zu dessen Weingut „Mayer am Pfarrplatz“ auch Wiens kleinster Weingarten am Schwarzenbergplatz gehört, zeigten sich angesichts der Entwicklung alarmiert. „Die extreme Trockenheit und eine in dieser Intensität und Dauer noch nie dagewesene Hitzewelle haben unseren Weinreben in diesem Sommer das Äußerste abverlangt“, so Hans Schmid, „und wir rechnen für das laufende Jahr mit Ertragseinbußen von rund 25 Prozent“.

Neben der Trockenheit mussten in manchen Weingärten Trauben händisch entfernt werden, um die Rebstöcke zu entlasten. Zusätzliche Sorgen bereitet die amerikanische Rebzikade, die nach dem Burgenland, der Steiermark und Niederösterreich nun erstmals auch in Wien gesichtet wurde. Sie kann die Quarantänekrankheit Goldgelbe Vergilbung übertragen, befallene Rebstöcke müssen gerodet werden.

Trotz der geringeren Menge erwarten Schmid und Podsednik eine sehr gute Qualität. „Die Beeren sind kerngesund und der Most hat hohe Gradationen, da die Rebstöcke ihre ganze Kraft in die wenigen Trauben stecken können. 2026 hat damit das Zeug zu einem denkwürdigen Jahrgang mit dichten, konzentrierten und langlebigen Weinen!“

Wassermanagement gefragt

Norbert Walter, Präsident des Wiener Weinbauverbandes und selbst Winzer, sieht die Entwicklung als Bestätigung für bereits gesetzte Maßnahmen. „Die jüngsten Entwicklungen treffen uns nicht unvorbereitet, denn wir setzen schon seit Jahren aktiv Schritte, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Dazu gehört eine Tröpfchenbewässerung, bei der mit sehr geringem Wassereinsatz gezielt nur die Rebe selbst bewässert wird. Darüber hinaus hat der Wiener Weinbau mit 47 % den höchsten Anteil aller Bundesländer an biologisch bewirtschaften Rebflächen, was unter anderem durch Humusaufbau und Begrünung in den Weingärten zu einer verbesserten Wasserversorgung der Reben führt. Jetzt brauchen wir jedoch möglichst rasch einen umfassenden Wassermanagement- und Wassersicherungs-Plan für die Wiener Stadtlandwirtschaft. Der Klimawandel wird in Zukunft immer häufiger zu Trockenheit und Hitzeperioden führen und darauf müssen wir uns schon heute in einer gemeinsamen Strategie von Stadt Wien und Landwirtschaft optimal vorbereiten“, so Norbert Walter.

Wiens kleinster Weingarten am Schwarzenbergplatz
Wiens kleinster Weingarten am Schwarzenbergplatz

Unterstützung für die Heurigen

Auch Bürgermeister Michael Ludwig sieht die Stadtlandwirtschaft als wichtigen Bestandteil der regionalen Versorgung. „Die Versorgungssicherheit der Wienerinnen und Wiener mit frischen und regionalen Lebensmitteln ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärte Bürgermeister Michael Ludwig, „das gilt für Gemüse, Obst und Getreide genauso wie für den Weinbau“. Und der Bürgermeister ergänzt: „Mit der Wiener Stadtlandwirtschaft arbeiten wir eng zusammen, denn viele Werkzeuge und Institutionen für eine nachhaltige Landwirtschaft liegen im Städtischen Bereich. Ebenso ist es die Aufgabe der Stadt, die politischen Rahmenbedingungen für eine ressourcenschonende und nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zu schaffen“.

Ludwig sieht aber auch die Konsumenten in der Verantwortung: „Jede und jeder kann einen Beitrag leisten, indem regionale Produkte nachgefragt und die Wiener Weinbaubetriebe sowie ihre Heurigen unterstützt werden. Das stärkt die Wertschöpfung vor Ort und hilft den Betrieben unmittelbar.“

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